13. Was füttert man an der Futterstelle im Garten, und was muss man sonst beachten, wenn man eine Futterstelle draußen einrichtet?

Was füttert man an der Futterstelle im Garten, und was muss man sonst beachten, wenn man eine Futterstelle draußen einrichtet?

Futterzubereitung:

Man füttert pro Igel:

  • ca. 200 g Katzendosenfutter, mit Kartoffelstampfer oder Gabel zu Brei zerdrücken,
  • mit 2 bis 3 El. Igeltrockenfutter von Vitakraft (lose erhältlich in einschlägigen Tierfuttergeschäften, wie „Fressnapf”, „Futterhaus” oder „Miezebello”, abgepackt in Kartons auch in einigen Supermärkten oder Gartencentern – abgepackt ist es meist deutlich teurer. Bitte aufpassen, kein Produkt für exotische Igel zu erwischen, das können unsere Europäischen Braunbrustigel nicht fressen.)
  • oder 2 bis 3 El. weichen Haferflocken
  • und 1 Tl. Speiseöl
  • zu einem zähen Brei verrühren.

Futterstelle:

  • an einer geschützten Stelle, z. B. unter Gebüsch einrichten, evtl. mehrlagiges, an den Ecken beschwertes Zeitungspapier unterlegen, das morgens mit allen Hinterlassenschaften weggeworfen wird
  • schweren Napf aus Keramik verwenden, damit die Igel den Napf nicht umwerfen
  • Futter abends in der späten Dämmerung hinstellen
  • Futterreste morgens wegwerfen, Futterstelle von Hinterlassenschaften reinigen
  • Wasser trinken die Igel aus der sicher im Garten vorhandenen Tier(Vogel-)tränke, diese möglichst täglich abends säubern und mit frischem Wasser füllen: Vogelmilben und Salmonellen schaden dem Igel.
    Wasserstelle

    Wasserstelle

  • Futterstelle spätabends kontrollieren: Kommen Nacht für Nacht mehr Igel, sollte man die Futtermenge erhöhen, denn alle haben es nötig.
  • Kommen Katzen, sollte man eine Futterkiste drüberstellen, z. B. eine Apfelsinen- oder Plastikkiste, in die man ein oder zwei 10 x 10 cm große Igeltore sägt.

Igel gehen hemmungslos in eine solche Box hinein, Katzen, Füchse, Waschbären, Elstern und Krähen (morgens nach dem Hellwerden) bleiben draußen. Mit draufgetackerter Plastikfolie hat man auch auf einer Apfelsinenkiste gleich einen Regenschutz! Stein auf die Futterkiste legen oder seitlich fixieren, damit sie nicht umgeworfen oder herumgeschoben wird.

  • Kommen Ratten, nur füttern, wenn man in der Nähe sitzt und sie verscheuchen kann. Futternapf wegnehmen, wenn man selbst zu Bett geht. Ratten bringen manche Nachbarn dazu, Rattengift auszulegen, das unter Umständen die ganze Igelpopulation ausrottet. Dann geht der Schuss mit der Futterstelle nach hinten los…
  • Findet sich grüner, schmieriger Igelkot um die Futterstelle herum, diese verlegen und versuchen, den „Verursacher“ ausfindig zu machen, zu fangen und aufzunehmen. Hier ist eine Entwurmung nötig, und der Igel sollte nicht seine Artgenossen anstecken.  Lesen Sie hierzu auch den Text „Unterbringung, Futter, med. Behandlung, Auswilderung des Pflegeigels” unter demselben Menüpunkt, in dem sich auch dieser Text befindet, den Sie gerade lesen.)

Zeiträume für Futterstellen:

  • Mitte April bis Mitte Mai als Starthilfe nach dem Winterschlaf, und
  • Anfang September bis Ende November, damit die Jungigel und die vom Säugen ausgezehrten Weibchen nicht untergewichtig in den Winterschlaf gehen müssen bzw. im November menschliche Hilfe brauchen, und
  • Nach Auswilderungen 10 Tage an der Auswilderungsstelle füttern.
  • Frisches Wasser durchgängig anbieten.
Auf die Schnelle oder für ein Foto geht’s auch mal so. — Foto: Kerstin Hinze

Auf die Schnelle oder für ein Foto geht’s auch mal so. —         Foto: Kerstin Hinze